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Angeschmiedet, angebogen, zurückgesetzt – wie häufig werden Zehenrichtungen im Alltag benutzt?

veröffentlicht am Sonntag, 5 Januar 2020

Chris Gregory, Besitzer der Heartland Horseshoeing School über Zehenlänge und erleichtertes Abrollen

GEDANKEN ZUR ZEHENRICHTUNG

Beim Tauchen benutzen wir Flossen, um uns im Wasser effektiver bewegen zu können. Wir strengen zwar unseren „Motor“ (Hüfte, Knie, Fußgelenk, Muskeln) mehr an, aber der Effekt ist großartig. Ohne Flossen würde zwar unser Motor weniger belastet – wie Hufeisen mit verschiedenen Zehenrichtungen und sonstigen Hebelverringerungen , aber würden Sie im Wasser wollen, dass Ihr Motor weniger belastet wird?
In Bild 8 sehen Sie Taucher mit und ohne Flossen. Wer könnte schneller, weiter und länger schwimmen? Ich denke, dass Sie sich gerne so effektiv wie möglich bewegen wollen, vorausgesetzt, Ihr Motor ist gesund und belastbar. Ohne Flossen kommen Sie nicht sehr schnell sehr weit. Leiden Sie an einem körperlichen
Problem, würden Sie vermutlich kleinere Flossen wählen. Hierdurch kann ein schwaches System dennoch funktionieren. Aber ein gesunder Taucher mit normalen Flossen wird Sie im Wettrennen um die schönste Perle abhängen.

Worum es mir geht: Ein gesundes und trainiertes Pferd braucht eine gewisse Zehnlänge, um seine Arbeit verrichten zu können. Eine Zehenrichtung zur Erleichterung des Abrollens ist manchmal nicht nur unnötig, sondern tatsächlich keine gute Idee. Ich bin im Rodeo-Sport aufgewachsen. Meine Paradedisziplin war Steer Wrestling. Man reitet in voller Geschwindigkeit neben einem jungen Bullen her, um dann vom Pferd aus auf ihn zu springen und ihn zu Boden zu ringen. Die Pferde benötigen eine hohe Antrittsgeschwindigkeit, um mit dem Bullen mitzuhalten. Im Wettbewerb gewinnt der schnellste Teilnehmer.

Hätten diese Pferde eine stark angebogene Zehenrichtung wie in Bild 4, wäre ihre Fähigkeit zur Beschleunigung stark eingeschränkt – wie beim Schwimmen ohne Flossen. Viele Disziplinen stellen ähnliche Anforderungen. Jedes gesunde Pferd profitiert von einer Hufform, die es ihm erlaubt, seine Zehe korrekt zu benutzen.

Das bedeutet nicht, dass das mechanische Erleichtern des Abrollens keine Berechtigung hat. Wenn wir Menschen ein verletztes Bein haben, wird vom Arzt ein Gips oder Verband angebracht, mit dem wir laufen können. So können wir uns während des Heilungsverlaufs
bewegen. Der Gips erleichtert unser Abfußen und verringert die Belastung des verletzten Beins. Dennoch käme niemand auf die Idee, solche Gipse an gesunden Beinen zu verwenden, um sein Laufverhalten zu verbessern. Wir hätten zwar weniger Belastung, könnten
unsere Aufgaben aber nicht mehr erfüllen.

Für Pferde mit Erkrankungen macht es Sinn, die Belastung auf dem Bewegungsapparat während der Ausheilung zu reduzieren. Sie müssen jedoch wirklich verstehen, was die mechanische Veränderung bewirkt und was solche Eingriffe bei einem gesunden Pferd bedeuten.

 

 

Taucher mit und ohne Schwimmflossen

Um den gesamten Artikel zu lesen, bestellen Sie die Zeitschrift DER HUF Nr. 194